Pferdegestütztes Coaching: Führung oder Ego? Wenn dein Bedürfnis nach Kontrolle dich schwächt

Pferdecoaching

Beispiel-Foto Vertrauen: In dieser Übung übergibt die Führungskraft die Kontrolle – und lässt sich vom Pferd leiten. Ohne Sicht, ohne Anweisungen, nur durch Vertrauen. Eine kraftvolle Erfahrung, die zeigt: Wahre Stärke entsteht nicht durch Kontrolle, sondern durch innere Klarheit und Vertrauen in den Prozess

Noch bevor das Coaching begann, machte ein Klient kürzlich eines klar: „Ich lasse mir ungern sagen, wie ich führen soll. Aber ich bin bereit zu sehen, was passiert.“

 "Ich habe keine Angst vor Entscheidungen, aber ich muss alles selbst in der Hand haben - sonst geht es schief." 
"Mein Team braucht eine starke Führung, aber manchmal frage ich mich: Hören sie auf mich aus Respekt oder aus Angst?"
 "Ich will keine Schwäche zeigen – aber wäre es möglich, weniger kämpfen zu müssen und trotzdem wirkungsvoll zu führen?"

Ich gab ihm eine Aufgabe: Lass dich vom Pferd führen.

Er sollte sich mit verbundenen Augen neben das Pferd stellen, ohne Kontrolle, ohne Vorgaben. Das Pferd übernimmt die Führung.

Die Erkenntnis: Nach anfänglichem Widerstand entspannte er sich. Das Pferd führte ruhig, aber bestimmt. Und plötzlich wurde ihm klar:

➞ Kontrolle ist nicht gleich Führung.

➞ Führung bedeutet nicht immer, vorne zu stehen – sondern zu wissen, wann man vertrauen kann.

➞ Wahre Autorität entsteht nicht durch Druck, sondern durch Klarheit.

Nach dieser Erfahrung analysierten wir gemeinsam seinen Enneagramm-Typ:

Seine Stärken: führen, Klartext reden und auch Fürsorglichkeit haben ihn in seine Position gebracht. Über seine Grundangst, sich unterordnen zu müssen und keine Schwäche zeigen zu wollen, haben sich die Herausforderungen für ihn entwickelt.

Diese Erkenntnisse halfen ihm zu verstehen, warum er oft das Bedürfnis hat, alles selbst in die Hand zu nehmen – und warum es ihm bisher schwerfiel, Verantwortung abzugeben.

 Zurück zu den Pferden: Führung mit Vertrauen erleben

Einige Tage später bat ich ihn, eine neue Rolle einzunehmen: Statt das Pferd zu dominieren zu versuchen, sollte er klare, aber entspannte Impulse setzen – und sehen, was passiert.

✅ Innere Stabilität statt Kontrolle.
✅ Klarheit statt Druck.
✅ Vertrauen statt Dominanz.

Was geschah? Das Pferd folgte ihm. Nicht aus Angst, sondern aus Respekt.

 Warum ist dieses Lernen so nachhaltig?

Das emotionale Erleben mit den Pferden und die embodimentale Strukturbestimmung im Enneagramm verankern Erkenntnisse auf einer tiefen Ebene:

➞ Direktes Feedback: Pferde reagieren unmittelbar auf innere Haltungen – so wird unbewusstes Verhalten sichtbar.
➞ Lernen durch Erfahrung: Theorie ist wichtig - reicht allein aber oft nicht. Erlebte Emotionen machen den Unterschied.
➞ Körperliches Verstehen: Erkenntnisse werden nicht nur kognitiv, sondern auch auf körperlicher Ebene verankert.

So wird aus Wissen echte Veränderung.

Das Ergebnis im Job?
✅ Er setzte klare Grenzen, ohne unnötige Härte.
✅ Er gab Verantwortung ab – und sein Team arbeitete effektiver.
✅ Er gewann an Autorität, ohne Druck auszuüben.